Zukunftskongress Logistik: „Social Networked Industry“

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Den diesjährigen „Zukunftskongress Logistik – 35. Dortmunder Gespräche“ stellte das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML unter das Thema „Social Networked Industry – Menschen und Maschinen als Partner einer Logistik 4.0“. Dahinter steht die Idee, dass Menschen und Maschinen künftig gemeinsam in Netzwerken zusammenarbeiten, Informationen teilen und miteinander kommunizieren. Im Zukunftsplenum am ersten Kongresstag standen deshalb Blockchain, Dienstleistung und Technologie im Fokus.

Eine neue Technologie sticht laut Prof. Dr. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, für die Verwirklichung der Social Networked Industry besonders hervor: Narrow Band-IoT (NB-IoT). Das Schmalband-Funknetz ist für die Übertragung von kleinen Datenmengen gedacht und funktioniert direkt vom Gerät bis in die Cloud, ohne auf lokale Infrastrukturen, wie WLAN, angewiesen zu sein. Auch bei stärkeren Gebäudestrukturen (bspw. aus einem Keller) oder bei schwer erreichbaren Stellen sendet NB-IoT zuverlässig. Darüber hinaus sind Batterielaufzeiten von bis zu zehn Jahren aufgrund der geringen Datenübertragungsmengen möglich. Dabei kommt NB-IoT mit niedrigen Komponentenkosten aus. Prof. Dr. Michael ten Hompel geht von etwa fünf Euro pro Funkmodul aus.

Laut der Deutschen Telekom ist das Projekt im Juni 2017 gestartet. Der Rollout soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein, was eine flächendeckende Verfügbarkeit bedeutet.

Digital Logistics Award

Im Rahmen des Kongresses wurde der 1. Digital Logistics Award verliehen. Acht junge Start-Ins und Start-Ups erhielten die Chance, ihre digitale Logistik- und Produktionslösung vorzustellen. Die Kongressteilnehmer stimmten im Anschluss für ihren Favoriten. Am Ende setzte sich das angehende Spin-Off Motion Miners mit seiner Lösung für eine automatische Aufnahme und Analyse von manuellen industriellen Arbeitsprozessen durch. Damit wird die Social Networked Industry gewissermaßen durchgängig digitalisiert darstellbar, eben inklusive der manuellen Prozesse.

Alle acht Nominierten finden Sie auch hier: http://digitalhublogistics.de/award.html.

Social Networked Industry – erste Schritte in der Praxis und Herausforderungen für Wissenschaft und Wirtschaft

Der zweite Kongresstag stand im Zeichen von fünf Schwerpunktthemen: Transportlogistik 4.0 – Synchromodalität und Digitalisierung, Supply Chain und Produktionsmanagement 2025, Innovative KLT-Lösungen, Krankenhaus 4.0 – das Krankenhaus der Zukunft und Digital Sandbox – eine interaktive Reise durch die Social Networked Industry. Hier stellten verschiedene Start-Ups und Start-Ins sowie Fraunhofer-Projektteams Konzepte und Ideen für die Teamarbeit von Mensch und Maschine vor.

Einige in Dortmund diskutierte Themen verdienen eine ausführlichere Darstellung. Diese wollen wir Ihnen in den nächsten Newslettern vorstellen.