IFOY AWARD oder wie man den Oscar der Intralogistik gewinnt

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Die Bewerbungsphase für den IFOY AWARD geht auf die Zielgerade: Noch bis zum 30. Oktober haben Intralogistiker die Möglichkeit, sich mit ihren Neuerscheinungen zu bewerben. Auf was es bei einer Bewerbung ankommt, darüber sprachen wir mit der Jury-Vorsitzenden, Anita Würmser.

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Der IFOY Award gilt als maßgeblicher Innovationspreis in der Intralogistik. Wie gewinnt man einen IFOY Award?

Mit Innovationen. Darum geht es beim IFOY Award - unabhängig getestet und ausgezeichnet von einer internationalen Fachjury.

Erklären Sie uns, wie ein IFOY Prozess abläuft.

Nach der Bewerbung entscheidet die Jury, wer für das Finale nominiert wird. Das sind die Besten der Besten. Nur diese Produkte und Lösungen werden Anfang des Jahres öffentlich bekannt gegeben und treten Ende Februar bei den IFOY Test Days auf dem Messegelände in Hannover zum IFOY Audit an. Dabei durchlaufen sie individuell abgestimmte Testreihen, darunter das rund 80 Kriterien umfassende IFOY Testprotokoll und einen wissenschaftlichen IFOY Innovation Check. Entscheidend ist, dass die Kandidaten nicht untereinander gebenchmarkt werden, sondern mit ihren Wettbewerbsprodukten am Markt. Das garantiert, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden und nur die Besten gewinnen.

Mit welchen Produkten kann man sich bewerben?

Das können alle Arten von Staplern und Lagertechnikgeräten sein, Shuttles, Roboter oder FTS, Drohnen oder Lastenfahrrädern, aber auch Software oder Komponenten – kurz, alle Produkte und Lösungen, die im internen Materialfluss zum Einsatz kommen, können eingereicht werden. Erstmals haben auch Start-ups einen festen Platz beim IFOY Award.

Nach welchen Kriterien entscheidet die Jury, wer gewinnt?

In der Jury sind 28 Fachredakteuren aus 19 Nationen rund um den Globus und wir machen uns die Auswahl niemals leicht. In den Jurysitzungen wird richtig gefightet und es ist jedesmal ein enges Rennen. Die Juroren testen übrigens alle selbst und haben mittlerweile Beraterteams, zum Beispiel Einkäufer und Logistiker aus der Automobilindustrie, dem Handel oder der Logistikdienstleistung, die wertvolle Hinweise geben, welche Innovation den Nerv der Kunden trifft. Außerdem gibt das IFOY Audit den Juroren eine objektive Basis für ihre Wertung an die Hand.

Wie und wo bewirbt man sich?
Bis 30. Oktober 2018
können Bewerbungen auf www.ifoy.org angemeldet werden. Dazu muss man lediglich die Kategorie wählen, in der man antreten möchte. Anschließend wird für jeden Bewerber eine standardisierte Online-Eingabemaske angelegt, wo bis zum 16. November die Bewerbungsdaten eingetragen werden können. Die Dateneingabe beinhaltet im Wesentlichen eine Erklärung der Innovation sowie deren Marktrelevanz und Kundenutzen. Danach liegt es in den Händen der Jury.

Wie offen sind die Unternehmen, wenn es darum geht, sich einem solchen Audit zu stellen?

Es stimmt, IFOY traut sich nicht jeder. Das Auswahlverfahren ist hart, Behauptungen müssen im Test bewiesen werden und eine Gewinngarantie gibt es nicht. Nur, wer von seinen Innovationen überzeugt ist, stellt sich einem solchen Audit. Dafür ist der IFOY Award auch etwas wert. Wer einmal IFOY Luft geschnuppert hat, ist immer wieder dabei.

Worin genau besteht der Marketingwert einer IFOY Nominierung?

Wer es ins IFOY Finale schafft, ist von einem Tag auf den anderen weltweit bekannt. Mehr als 300 Medien weltweit berichten regelmäßig über die Finalisten. Beim letzten IFOY Durchgang waren es rund 2.400 Artikel. Eine Nominierung hat einen Marketingwert von rund 300.000 Euro. Ein Unternehmen hat sogar einmal 900.000 Euro erreicht. Außerdem erhalten die Finalisten einen umfassenden Test und ein wissenschaftliches Innovationsgutachten.

Eine IFOY Bewerbung ist nicht kostenlos. Hindert das die Unternehmen?

Manchmal sind die Gebühren, auch wenn sie vergleichsweise gering sind, tatsächlich ein Thema. Trotzdem bekommen wir reichlich Bewerbungen. Wir setzen aber auch nicht auf Masse, sondern auf Klasse. Bewerber, die nur den Marketingeffekt einer IFOY Nominierung nutzen möchten, aber keine wirklichen Innovationen zu bieten haben, werden im Vorfeld aussortiert. Viel wichtiger ist, dass die Nominierungsgebühren die Unabhängigkeit der Jury und der Tests garantieren. Seriöse technische Auszeichnungen brauchen eine entsprechende Organisation, die in der Lage und frei ist, Innovationen zu beurteilen. Die reine Papierform genügt meines Erachtens dafür nicht. Wir wissen aus unserer Juryarbeit, wie wichtig beispielsweise die Innovationsgutachten sind. Ganz im Gegenteil: Ich würde technischen Awards, die nichts kosten, mit Vorsicht begegnen.

Es heißt, dass die Finalisten vor der Preisverleihung nicht informiert werden, ob sie gewinnen oder nicht. Stimmt das?

Absolut. Das Geheimnis wird gut gehütet und keiner der Teilnehmer kennt das Ergebnis, bevor der Laudator sagt: „and the Winner is…“. Dass trotzdem die Vorstände kommen, zeigt, wie cool die Unternehmen eigentlich sind. Davon könnte sich so manch andere Branchen eine Scheibe abschneiden.