“Volle Drohnung“ in Dortmund

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Rückblick zum 2. Treffen des Arbeitskreises "Drohnen in der Intralogistik"

Unser Arbeitskreis „Drohnen in der Intralogistik“ war am 27. Mai 2019 zu Gast am Fraunhofer-Institut für Materiafluss und Logistik IML in Dortmund. Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer IML, machte in seiner Einführung direkt deutlich, welchen Stellenwert er Drohnen in der Silicon Economy beimisst. Die technologischen Voraussetzungen sind durchaus schon gegeben. Mit Künstlicher Intelligenz werden Drohnen künftig noch besser in der Lage sein, autonom zu agieren und sich mit anderen Systemen zu vernetzen.

Im Anschluss zeigte Moritz Roidl, Oberingenieur am Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen an der TU Dortmund, den Drohnenschwarm im Forschungszentrum des Innovationslabors – eine Vorführung, die bei den Teilnehmern besonders gut ankam. Der bis zu 30 Drohnen fassende Schwarm navigiert im dreidimensionalen Raum und erkennt selbstständig die richtige Flugbahn sowie potenzielle Hindernisse. Moritz Roidl identifizierte sich über ein Stirnband im System, bewegte sich durch den Raum und die Drohnen wichen dank Motion-Capturing-System aus.

Auch Audi setzt sich mit der Drohnentechnologie und ihren Möglichkeiten auseinander. Steffen Conrad erläuterte nicht nur ein aktuelles Testprojekt zur Erkennung von thermischen Lecks an den Werksgebäuden des Werks Neckarsulm. Seine Erfahrung im Genehmigungsprozess machte deutlich, dass die behördliche Seite oft offener gegenüber Drohnenprojekten ist als interne Stellen. Eine Herausforderung für das von ihm vorgestellte Projekt war auch der Datenschutz, da fotografierte Personen und Fahrzeuge auf dem Werksgelände unkenntlich gemacht werden müssen – und zwar bevor die Drohne die Aufnahme speichert.

Third Element Aviation bietet branchenunabhängig kommerzielle Drohnenlösungen an. CEO Marius Schröder träumt davon, eines Tages Drohnen „as a Service“ anzubieten. Bis dahin realisieren er und sein Team jedoch unterschiedlichste Lösungen wie beispielsweise eine Transportdrohne für Ersatzteillogistik, Drohnen zur Unterstützung der dänischen Lotsenvereinigung oder Drohnen als sehende Helfer in der Luft für Sicherheitsdienste.

Kurz vor dem Treffen entstand noch Kontakt zum Start-up Skytr, das eine Transportdrohne für den Indoor-Einsatz in der Fertigung entwickelt. Der gezeigte Prototyp ist in der Lage, autonom zwischen zwei Stationen hin und her zu fliegen. Dabei orientiert sich die Drohne sowohl beim Flug als auch bei Start und Landung – beides erfolgt über eine Einhängung der Drohne in einem Gestell – an optischen Markern. Das Credo von Skytr ist die Nutzung bestehender kostengünstiger Technologien und Komponenten.

Insgesamt zeigte sich erneut, dass vor allem die Herausforderungen beim Implementierungs- und Genehmigungsprozess, aber auch das Thema Sicherheit und Versicherung besonders interessant für die Teilnehmer waren. Diese Themen werden beim nächsten Treffen weiter vertieft.