Neues Forschungsprojekt setzt auf Drohnen und Fahrerlose Transportsysteme

ASTI Insystems

FlowPro: Mikrologistik der Zukunft mit boden- und luftgebundenen autonomen Fördereinheiten

Wie lässt sich ein sich selbst optimierendes, unternehmensübergreifend agierendes, dezentrales Logistiknetzwerk gestalten, in dem boden- und luftgebundene Transporteinheiten zum Einsatz kommen? Dieser Frage geht das Anfang Juli 2020 gestartete Forschungsprojekt „Flow-Pro“ nach. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert. Zwei VDMA-Mitgliedsunternehmen sind in „Flow-Pro“ aktiv: ASTI InSystems und Siemens forschen gemeinsam mit dem Würzburger Startup Emqopter an der Mikrologistik der Zukunft.

Vor allem die Anforderung, immer kleinere Stückmengen und Losgrößen zu transportieren, steht im Fokus des Projekts. Denn dafür sind heutige Logistiknetzwerke nicht ausgelegt bzw. zu kostenintensiv. Hinzu kommen Umweltaspekte sowie die Aus- und Überlastung der Verkehrsnetze. Hier soll „Flow-Pro“ exemplarisch einen anderen Ansatz demonstrieren, bei dem die einzelnen Logistikeinheiten miteinander kommunizieren und über ein KI-gestütztes System die Transportaufträge anhand festgelegter Kriterien an den geeignetsten Kandidaten vergeben. Neben der Kollaboration zwischen Fahrerlosen Transportsystemen und Multikoptern ist auch die Einbeziehung eines ERP-Systems sowie die End-to-End-Security ein weiterer wesentlicher Aspekt des Projekts. Im ersten Projektabschnitt wird eine Anforderungsanalyse an das Gesamtsystem FlowPro sowie ein Entwicklungs- und Validierungsplan erstellt. Basierend darauf werden die Spezifikationen der heterogenen Flottensysteme modelliert, das KI-Design und die Cloudinfrastruktur sowie die Security- und Kommunikationsarchitektur entworfen. Zuletzt werden die einzelnen Teilsysteme des FlowPro in das Gesamtsystem integriert, deren Funktionalität in einem Anwendungsszenario getestet und die Ergebnisse des Projektes evaluiert.

Jan Stefan Zernickel, Leiter Forschung & Entwicklung von ASTI InSystems:
"Die Digitalisierung in Wirtschaft und Industrie führen zu neuen Ansprüchen an die Logistik. Unsere Aufgabe im Verbund wird es daher sein, ein dezentral organisiertes, heterogenes Logistiksystem zu entwickeln, welches sich während des Betriebs selbstständig optimiert. Berücksichtigt werden dabei eine bessere Auslastung und gleichmäßige Abnutzung der Einzelsysteme im Gesamtsystemverbund sowie ebenso klimaschonende Strategien wie beispielsweise eine unter optimiertem Energieverbrauch realisierte Auftragsausführung oder eine ökologische Routenauswahl."

Jochen Nickles, Principal Key Expert, Siemens Corporate Technology:
"In heutigen, mit Automatisierungslösungen integrierten Systemen (z.B. in der Fertigung), ergeben sich immer mehr Herausforderungen bzgl. Skalierung, Kosten, und Flexibilität, wenn rein zentrale Koordinationslösungen eingesetzt werden. Parallel dazu existiert die Anforderung der impliziten Hochverfügbarkeit der Gesamtsysteme. Hier und in weiteren geschäftsrelevanten Aspekten verspricht der Ansatz, mehr Intelligenz von den zentralen Systemen in den einzelnen Systemen zu bringen, viel Potential. Unser Ziel ist es, zu untersuchen, wie die notwendigen technischen Komponenten für so ein neuartiges dezentrales Flottenmanagement von sich selbstorganisierenden, heterogene, multi-modale Logistik Systeme aussehen müssen und wie sich, dass dann auch in die bestehenden System integrieren lässt."

Marvin Bihl, Geschäftsführer (kaufm.), Emqopter GmbH:
"Damit Multikopter wirtschaftlich und nachhaltig in logistischen Prozessen eingesetzt werden, ist eine reibungsfreie Integration von Multikoptern in die bestehende Infrastruktur notwendig. Dafür müssen Drohnen sowohl außerhalb als auch innerhalb von Betriebsstätten sicher und zuverlässig ihre Aufgabe erfüllen sowie mit anderen Teilnehmern, die in diesem Logistiknetzwerk komplementäre Aufgaben verrichten, interagieren können. Vor dieser Herausforderung steht man auch bei der Integration von Drohnen in den gemeinsam und kollaborativ von bemannten und unbemannten Systemen beflogenen Luftraum U-Space, der von der EU initiiert wurde. Aus diesem Grund erwarten wir uns von FlowPro auch richtungsweisende Ergebnisse für den weiteren zivilen Einsatz von Drohnen in der Zukunft."

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: